Demografischer Wandel belastet den Nahverkehr

Frühschoppen der CDU

03.03.2014, 18:45 Uhr
Wolf-Rüdiger Vö ller (l.) freute sich, mit Astrid Birkhahn und Henning Rehbaum politische „Schwergewichte“ zum diesjährigen Frühschoppen begrüßen zu dürfen. Foto: Oertker
Wolf-Rüdiger Vö ller (l.) freute sich, mit Astrid Birkhahn und Henning Rehbaum politische „Schwergewichte“ zum diesjährigen Frühschoppen begrüßen zu dürfen. Foto: Oertker

Füchtorf - Rund um das Thema „Öffentliche Nahverkehrspolitik in der ländlichen Region“ drehte sich der kommunalpolitische Frühschoppen der CDU am Sonntagvormittag in Wappensaal des Schlosses Harkotten. Die Landtagsabgeordneten Astrid Birkhahn und Henning Rehbaum standen den Parteimitgliedern Rede und Antwort.

Wolf-Rüdiger Völler, Vorsitzender des CDU Stadtverbandes Sassenberg, nutze den kommunalpolitischen Frühschoppen, um allen Mitgliedern ein Frohes Neues Jahr zu wünschen. „Ich freue mich heute besonders, mit Astrid Birkhahn und Henning Rehbaum echte Schwergewichte der CDU- Landtagsfraktion Willkommen zu heißen und wüsche beiden viel Erfolg bei ihren Darstellungen zum Thema.“

Henning Rehbaum, der selber als Geschäftsführer in einem Busunternehmen tätig war, stellte gleich zu Beginn fest, dass für Sassenberg vorwiegend der Busverkehr interessant ist. „Schüler sind die tragende Finanzierungssäule des Nahverkehrs, werden jedoch immer weniger. Dafür steigt der Anteil der Menschen über 60 Jahren. Weniger Schüler bedeuten geringere Fördermittel und zeigen uns die Folgen des demografischen Wandels.“ Die Probleme und Finanzierungsherausforderungen seinen aber noch nicht in der Landesregierung angekommen, kritisierte Rehbaum anschließend, denn schließlich würden weiter Schulden gemacht und kein Geld fließe in die Infrastruktur – im Gegenteil, die Gelder würden mit 30 Millionen Euro um 20 Prozent gekürzt. ÖPVN bedeute Daseinsvorsorge. Ein zuverlässiges, gutes Busnetz das unabhängig von der Bevölkerungsdichte gut funktioniere, sei gerade für den ländlichen Raum unabdinglich. „Wir müssen zusehen, dass die ländlichen Gebiete nicht in den Hintergrund rücken, ist doch die Lobby des Ruhrgebietes sehr stark. Wir machen uns stark für die Region. Der Teufelskreis aus Demografie und Fahrplanstreichung muss bekämpft werden, um eine mobile Bevölkerung in der ländlichen Region zu gewährleisten.“

„Ich bin sehr froh, nicht nur als Landtagsabgeordnete, sondern auch als Kreistagsabgeordnete hier sein zu dürfen, schließlich bin ich überzeugte Anhängerin des ländlichen Raums“, verdeutlichte Astrid Birkhahn zu Beginn ihres Vortrages. „Einen engmaschiges ÖPVN wie wir ihn haben, bedeutet nicht nur eine Daseinsvorsorge sondern auch ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz sowie eine Attraktivierung des Wohn- und Lebensraumes.“

Birkhahn ging ebenso auf die Pendlerproblematik ein und betonte, wie ernst es in der Kreispolitik genommen wird, eine attraktive Lebensform für etwa Fachkräfte, Pendler oder Auszubildenden durch ein gutes Nahverkehrsnetz zu ermöglichen und in dieses zu investieren. Zusammenfassend stellte Birkhahn fest, dass die immer weniger werdenden Schüler und die Strukturveränderung im Schulalltag sowie die zunehmende Zahl älterer Mitmenschen einen großen Einfluss auf die Bedürfnisse an einen breiten Nahverkehr haben.

Darüber, wie man den neuen Anforderungen gerecht wird, wurde natürlich auch diskutiert. Ein Ausbau der Straßenverbindungen mit Ortsumgehung ist in langfristiger Planung. Kurzfristig soll eine Potenzialstudie durchgeführt werden, und auch Ideen der Bürger sollen umgesetzt werden. So sind Marktbusse von Bürgern angefragt worden, Unternehmer schlugen Berufsverkehre in Kleinbussen vor und auch Bürgerbusse sollen mittelfristig ausgebaut werden. Ebenso sieht Birkhahn es für erstrebenswert an, durch Beratungsangebote in jedem Ort noch besseren Kundenservice zu leisten. „Ich bin sehr gespannt, welche dieser Ziele in der nächsten Wahlperiode umgesetzt werden können“, betonte Birkhahn.

Im Anschluss nutzen die erschienenen CDU-Mitglieder die Möglichkeit, beiden Landtagsabgeordneten wichtige Fragen rund um das diskussionsbedürftige Thema zu stellen.